Fahrtag nach Escalante, UT

Halls Crossing - Burr Trail

Der Reiz dieses Tages, der mit etwa 500 Kilometern letztlich "nur" als "Fahrtag" konzipiert war, lag an der Auswahl der Route, die uns auf kürzester, aber auch auf reizvollster Strecke zum nächsten Höhepunkt dieser Reise führen sollte, nach Escalante.

 

Bereits um 7.15 Uhr starteten wir durch, sagten dem Monument Valley und seiner Wildwestromantik "ade"und fuhren einem zunächst ungewissen Zwischenziel entgegen. Wir hatten zwar am Vortag versucht via Internet bzw. Telefon in Erfahrung zu bringen, ob am Lake Powell zwischen den Anlegestellen von Halls Crossing und Bullfrog Marina ein Fährbetrieb stattfand, doch hatten wir keine verlässliche Auskunft erhalten bzw. die Telefonansage nicht gut verstanden. Nun wollten wir es halt versuchen und fuhren  auf der US 163 bzw. UT 261, 95 und 276 stetig Richtung Norden. Kaum ein Auto begegnete uns, aber dafür umso mehr Rindviecher, die uns immer wieder auf der Straße überraschten und uns und unser Fahrzeug zum unfreiwilligen Stop veranlassten.

Es war 9 Uhr, als wir einen ersten Blick auf ein tiefblaues Eckchen vom Lake Powell werfen und in die fast schon vertraute Landschaft der Glen Canyon Recreation Area eintauchen konnten. Und obwohl der See schon zum Greifen nah schien schlängelte sich die Straße noch etwa 10 km bis  zum Ziel, der Fähranlegestelle von Halls Crossing. Und dann hatten wir Halls Crossing erreicht, doch außer einer riesig langen verlassen erscheinenden Anfahrtsrampe war nicht weniger als gar nichts zu sehen. Keine Autos, keine Menschen, und natürlich auch keine Fähre. Was tun? Waren wir zu früh? Hatten wir die Fähre soeben verpaasst? Kam überhaupt irgendwann ein Schiff? - Wir wussten es nicht, und nachdem wir heute früh ohne Frühstück gestartet waren "parkten" wir unser Fahrzeug ganz vorne inder "Wartereihe" und entschieden uns erstmal für ein mehr oder weniger beschauliches Picknick im Auto. Und während wir so saßen und uns umsahen kamen doch noch zwei andere Fahrzeuge, die sich "brav" hinteruns in der Warteschlange einreihten.Und unsere Hoffnung wuchs, dass uns doch noch eine Fähre über den See übersetzen würde....

Und so war es dann auch. Um 11 Uhr waren wir ENDLICH an Bord und genossen die knapp 30minütige Überfahrt über diesen von roten Felsen eingerahmten Abschnitt des Lake Powells. Und wir freuten uns über die Gewissheit, dass wir Escalante heute über den Burr Trail erreichen würden.

 

Nach dem Verlassen der Fähre bei Bullfrog Marina fanden wir den Einstieg in den Burr Trail recht schnell, hatten wir doch unser GPS "am Mann", und auch zuverlässige Wegweiser zeigten uns die Richtung an. Aufgrund der guten Wetterverhältnisse waren auch die Ansprüche an unser Fahrzeug nicht allzu hoch, konnten wir doch auf der sandigen, teilweise Washboard - und Gravelroad artigen Straße an diesem Tag gut voran kommen.

Und schon nach den ersten Metern auf dieser nach dem Siedler John Burr benannten Strecke gerieten wir in einen Farbenrausch der Begeisterung. Vorbei an der Waterpocket Fold, die den Burr Trail auf der westlichen Seite begrenzt, und die sich wie ein farbenfroher Plisseerock vor uns ausdehnte und begleitet von den Henry Mountains im Osten. Welch ein Farbenspiel in rot, gelb, weiß, grün - mächtig, majestätisch, das sich hier vor uns auf tat. Da musste man einfach stehen bleiben und staunen, staunen, staunen. Unglaublich schön, berauschend, wieder mal ein traumhaftes Naturschauspiel, von dem man kaum genug bekommen konnte.

Wir fuhren weiter und passierten den Eingangshinweis zum Capitol Reef National Park. Unaufhaltsam schlängelten wir uns, umgeben von einer wilden und spektakulär anmutenden Landschaft über unzählige schmale Switchbacks stetig nach oben, wo wir am Viewpoint erstmal Halt machten und eine atemberaubende Aussicht auf die soeben gefahrenen Serpentinen und die sich vor uns ausbreitende Landschaft mit den gegenüber sich erhebenden Henry Mountains genossen. Welch glückliches Vieh, welches seit 1876 über diese Strecke von den hoch gelegenen Sommerweiden zu den Winderweiden im Tal des Colordo River getrieben wurde (bzw. wird?).

Auch wenn sich auf der Weiterfahrt die landschaftlichen Besonderheiten wieder beruhigten und sich die Eindrücke über die nunmehr grüner werdenden, hügeligen und bewaldeten Abschnitte der Strecke "nur noch" mit einem "wunderschön" beschreiben ließen, unser Farbenrausch hielt an. Fast von alleine fuhr unser Fahrzeug nun die bekannte Strecke über Boulder nach Escalante, wobei uns die letzten Kilometer über die UT 12 mit faszinierenden Einblicken in das Grand Staircase National Monument einstimmten auf die vor uns liegenden Tage.

 

Nach dem Check-In im Circle D Motel, das wir nicht zum ersten Mal besuchten, ließen wir uns im Escalante Outfitters kulinarisch verwöhnen und waren bereit und voller Tatendrang für die kommenden Tage.

 

Zum Inhaltsverzeichnis oder zum nächsten Tag...